
Indonesien: Zum Abholzen freigegeben - Die Kettensägen fressen sich weiter durch die Regenwälder
Palmöl von Sinar Mas weiterhin in Nestlé-Produkten
Aktivisten der Kieler Greenpeace-Gruppe haben heute in Supermärkten die Kitkat-Riegel von Nestlé mit Orang-Utan-Stickern beklebt. Auf den Aufklebern zu sehen: um Hilfe rufende Orang-Utans. Mit dieser Aktion protestiert Greenpeace gegen Nestlé. Denn Nestlé verwendet in seinen Produkten Palmöl, für dessen Anbau Indonesiens Regenwälder abgeholzt werden. Diese Abrodungen vernichten den Lebensraum der bedrohten Orang-Utans. Das Palmöl landet unter anderem in Nestlés Kitkat-Schokolade. Auch in 46 weiteren deutschen Städten haben heute Greenpeace-Aktivisten Kitkat-Riegel mit dem Hilferuf beklebt. Nestlé kauft dieses Palmöl aus Urwaldzerstörung über Zwischenhändler von der Unternehmensgruppe Sinar Mas. Nestlé hat zwar im März seine direkten Verträge mit Sinar Mas gekündigt. Über Zwischenlieferanten, wie die Firma Cargill oder die IOI Group, gelangt das Sinar-Mas-Palmöl jedoch nach wie vor in die Nestlé-Fabriken.
Im März kündigte der Nestlé-Konzern an, bis 2015 ausschließlich zertifiziertes Palmöl zu kaufen. An alle Lieferanten seien Anforderungen bezüglich der Nachhaltigkeit verschickt. Zeitliche Fristsetzungen sind bisher jedoch ausgeblieben. Konkrete Pläne zur Umsetzung gibt es nicht. Als weltgrößter Lebensmittelkonzern und einer der größten Einzelabnehmer von Palmöl sollte es Nestlé möglich sein, die Nachhaltigkeits-Anforderungen bei den Lieferanten durchzusetzen und Sinar Mas-Palmöl aus seiner Lieferantenkette auszuschließen. „Jetzt muss Nestle Handeln bevor es zu spät ist“, fordert Kerstin Lehmann, Waldansprechspartnerin der Greenpeace-Gruppe Kiel. „Jetzt muss der Konzern seinen Worten auch Taten folgen lassen und Druck auf seine Zwischenhändler ausüben, damit diese in absehbarer Zeit Sinar Mas auslisten.“
Die Urwaldzerstörung entzieht den Waldbewohnern, wie der vom Aussterben bedrohte Orang-Utan, der seltene Sumatra-Tiger oder das Java-Nashorn, die Lebensgrundlagen. Zu den Opfern von Sinar Mas zählen auch Kleinbauern und indigene Gruppen. Soziale Konflikte entzünden sich an den ungeklärten Landrechten. Hinzu kommt, dass bei der Brandrodung der Torfwälder gigantische Mengen CO2 freigesetzt werden. Die Urwaldzerstörung macht Indonesien zum drittgrößten Produzenten von Treibhausgasen, nach China und den USA. Die Brandrodung ist seit 1999 in Indonesien verboten. Greenpeace hat hier wiederholt Verstöße von Sinar Mas dokumentiert.
Sinar Mas holzt weiterhin den Regenwald ab. Denn der Konzern hat Expansions-Pläne. Sinar Mas missachtet dabei internationale Standards und indonesisches Recht. Und weigert sich, einem Stopp der Entwaldung zuzustimmen. Greenpeace fordert von Nestlé, dass sie kein Sinar Mas-Palmöl mehr für ihre Produkte