
Vom 20. bis 25. Oktober 2011 hat die Rainbow Warrior III ihren Antrittsbesuch in Hamburg absolviert. Am Wochenende nutzten zahlreiche Interessierte die Gelegenheit, das neue Schiff zu besichtigen und nahmen dafür Wartezeiten von zum Teil über zwei Stunden in Kauf.
33 Jahre ist es her, dass die erste Rainbow Warrior ausgelaufen ist – der Anfang einer Ära im Jahr 1978. Vor 26 Jahren dann der verheerende Anschlag des französischen Geheimdienstes auf das Schiff, bei dem ein Greenpeacer stirbt und das Wahrzeichen der Organisation sinkt. Die Legende lebt in der Rainbow Warrior II weiter. Und sie wird in der Rainbow Warrior III weiterleben – auch wenn bei diesem Schiff vieles anders sein wird.
Die Rainbow Warrior III setzt Maßstäbe. Als bislang erstes Schiff, das von Greenpeace-International komplett neu gebaut wird, soll die Rainbow Warrior III als „Grünes Schiff“ zukunftsweisend sein. Mit der umweltfreundlichsten Technik ausgerüstet, ist die Rainbow Warrior vor allem auf das Segeln ausgerichtet. Die rund 1300 Quadratmeter großen Segel treiben dabei das Schiff voran. Werden die Wetterbedingungen schlechter, fährt die Rainbow Warrior mithilfe von verbrauchsarmen Dieselmotoren mit einer Abgasreinigungsanlage über die Meere. Sogar ein Elektromotor ist an Bord, der das Regenbogenschiff bei kleinen Geschwindigkeiten voranbringt.
Das Schiff setzt aber noch weitere umweltfreundliche Maßstäbe: Der Müll wird direkt an Bord sortiert, Trinkwasser wird aus dem Meer gewonnen und auch das Abwasser an Bord wird wieder aufbereitet. Neben diesen umwelttechnischen Vorzügen, bietet die neue Rainbow Warrior auch eine neue Ausstattung, die das Schiff in ein perfektes Kampagnen-Schiff verwandelt. So befinden sich zahlreiche Schlauchboote an Bord, die auch bei schlechtem Wetter und hohem Seegang leicht ins Wasser gelassen werden können. Außerdem gibt es
an Deck der Rainbow Warrior jetzt einen Hubschrauberlandeplatz.
Am 2. Juli 2009 wurde der Vertrag für den Bau der Rainbow Warrior III zwischen Greenpeace und der Fassmer Werft in Berne geschlossen. Bereits ein Jahr später, am 10. Juli 2010 wurde die feierliche Kiellegung auf der Maritim Shipyard in Danzig, Polen gefeiert. Kurze Zeit später wurde der Rumpf dann rückwärts von einem Schlepper von Danzig zur Fassmer Werft nach Berne gezogen. Hier ist sie fertig gestellt worden. Noch ohne Masten ist das Schiff am 4. Juli 2011 in einem Stapelhub zu Wasser gelassen worden, wo dann die Masten aufgestellt wurden.
• Name RAINBOW WARRIOR
• Schiffsnummer (IMO) 9575383
• Rufzeichen PF7197
• Flagge Niederlande
• Heimathafen Amsterdam
• Schiffstyp Motorsegler
• Schiffsklasse Germanischer Lloyd
• Leergewicht 686 Tonnen
• Länge 57.92 m
• Breite 11.30 m
• Tiefgang 5.00 m (max. 5.15 m)
• Höhe bis Brückendeck 5.12 m
• Höhe über Wasser 54.25 m
• Wasserverdrängung 860 t
• Segelfläche 1256 m²
• Besatzung 32 Personen
• Geschwindigkeit 14 Knoten
Das Schiff ist dafür ausgelegt, neben dem Hauptantrieb von circa1300 Quadratmetern Segelfläche auch mit einem Elektromotor von 315 kW zu fahren. Dieser wird durch das Hauptnetz und einen Dieselmotor gespeist. Mit diesem Elektroantrieb wird das Schiff auf eine Geschwindigkeit von circa 10 Knoten beschleunigt. Der E-Motor wird über einen Frequenzumformer eingespeist, der eine stufenlose Drehzahlanpassung ermöglicht.
Die Bedienung der Segeltechnik erfolgt von zwei Segelbedienpulten, die unweit von der Brücke, an jeder Schiffsseite angeordnet sind. In Sichtweite davon befinden sich die Bedienstände von denen sich das Schiff über eine sehr feinfühlige Rudersteuerung manövrieren lässt.
Die gesamte Beleuchtung inkl. Signal- und Positionslaternen, die an den zwei A-Masten installiert sind, ist in LED-Technik ausgeführt. Die LED-Technik zeichnet sich durch eine besondere Langlebigkeit aus, was einen sehr geringen Wartungsaufwand in den Masten zur Folge hat.
• es wurden ausschließlich Materialien europäischen Ursprungs verwendet
• Verwendung heimische Hölzer – keine Tropenhölzer
• Recyclingnachweis gemäß IHM, das heißt Schadstoff minimiert
• Environmental Passport (Emissionsschutz)
• es wurde kein PVC verbaut
• Antriebskonzept sehr variabel – Segelantrieb, Hauptmaschine sowie Dieselelektrisch.
• vollautomatische Segelbedienung über ein zentrales Bedientableau
• alle Segel lassen sich per Knopfdruck einrollen/ reffen (hoher Sicherheitsstandard)
• Schadstoffarme Lacke und Unterwasseranstrichsysteme
• Multi Media Konferenzraum für Open-Ship-Veranstaltungen für max. 50 Personen
• die Messe und die Galley sind für 32 Personen eingerichtet
• Mülltrennung und Müllbehandlung
• biologische Abwasseraufbereitung mit Sammeltank
• RIB Kampagnenboote mit Hybridantrieb für gefährdete Gebiete
• Helikopter Landedeck mit Betankungsanlage
Zur Geschichte und Bau der Rainbow Warrrior III finden Sie ein Webzine auf der Greenpeace-Deutschland Homepage:

http://www.greenpeace.de/ueber_uns/schiffe/rainbow_warrior_iii/