
Gegen den für das erste Adventswochenende geplanten Castortransport aus der französischen Plutoniumfabrik La Hague in das niedersächsische Gorleben protestierten Greenpeace-Jugendliche am 12. November in Kiel. Die Jugendlichen informierten über die am Samstag, den 26. November, geplante Großdemonstration im Wendland und gaben Auskunft zu Anlaufstellen für Übernachtung und Verpflegung. Bei Einbruch der Dämmerung starteten sie einen „Leuchtenden Protest“. Mit einem angestrahlten „X“, dem Symbol der Castor-Gegner forderten die Greenpeace JAGs den Ausstieg aus dem geplanten Atommüll-Endlager in Gorleben. Mit Kerzen, Taschenlampen und Laternen haben Greenpeace-Aktivisten bereits letzte Woche zeitgleich in 46 Städten protestiert.
„Wir müssen später den Mist ausbaden. Das ist ungerecht“, sagte Juliane aus Kiel.
„Dieser Castortransport darf nicht nach Gorleben rollen“, sagte Caro, aus Kiel. „Der Strahlengrenzwert am Zwischenlager Gorleben wird in diesem Jahr überschritten“. Greenpeace hat nachgewiesen, dass das zuständige niedersächsische Umweltministerium erhebliche Fehler bei der Bewertung der Strahlenmessungen rund um das Zwischenlager Gorleben gemacht hat. Eine Greenpeace-Analyse ergab für das Jahr 2011 eine Strahlung oberhalb des zulässigen Grenzwertes von 0,3 Millisievert pro Jahr. Dies hätte zu einem Einlagerungsstopp für weiteren hochradioaktiven Atommüll führen müssen. Das Ministerium gab in der letzten Woche trotzdem bekannt, dass der nächste Castortranport rollen dürfe. „Die Politiker treffen Entscheidungen, und wir müssen den Mist später ausbaden. Das ist ungerecht“, so Caro. Bislang werden bereits 97 Castoren aus der französischen Wiederaufarbeitung im Zwischenlager verwahrt, da in Deutschland kein Endlager für hochradioaktiven Müll existiert.
“Hier wird mit unserer Zukunft gespielt. Gorleben darf kein Endlager werden.“
Wenige Meter vom Zwischenlager entfernt baut die Bundesregierung an einem ihrer Meinung nach möglichen Endlager im Salzstock Gorleben. „Mit jedem Castortransport wird der Salzstock Gorleben als Endlagerstandort zementiert. Hier wird mit unserer Zukunft gespielt. Das dürfen wir nicht zulassen“, so Caro. Gorleben ist aus geologischen Gründen als Endlager ungeeignet. Für den Salzstock gab es nie ein wissenschaftliches Auswahlverfahren. Unter dem Salzstock liegt das größte Erdgasvorkommen Deutschlands, darin gibt es bereits Laugenvorkommen. Ein sicherer Einschluss radioaktiver Stoffe kann nicht gewährleistet werden.
Am 24. November soll nun der Transport von elf Castorbehältern aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague ins niedersächsische Wendland starten. Jeder Castor beinhaltet ein Vielfaches dessen, was an Radioaktivität bei dem Super-GAU in Fukushima in die Umwelt gelangt ist.